Anja Eberharts Arbeiten

In Anja Eberharts Bildern steht nicht das vom Menschen Geschaffene im Zentrum, sondern der Mensch selbst und sein Handeln.

Anknüpfend an den Surrealismus malt Anja Eberhart ihre Phantasiewelt mit einer Detailtreue, wie sie andere Maler zur Darstellung realer Bildinhalte heranziehen.

Man könnte ihre Malerei daher als eine Art 'surrealen Realismus' bezeichnen. In ihrer Bildwelt werden reale Figuren und Gegenstände in ein irreales Zusammenspiel gebracht. Es werden Momente festgefroren, in welchen ihre Akteure in zeitlichen wie emotionalen Stillstand gebracht werden. Ohne weiteres Figurenpersonal heranzuziehen, macht sie eine stilisierte männliche Gestalt zum Protagonisten ihrer immer neu, skurril-phantastisch anmutenden Situationen und Szenen, die auch unserem Alltags- und Freizeitverhalten entnommen sein könnten.

Vor allem die Intensität der Farbgebung ist es, die den Betrachter so manches Mal an amerikanische Reklameschilder und Spots neonbeleuchteter, grell-farbiger Fastfood-Restaurants erinnert. Die glatte lasierende Malweise, die keine Betonung des Duktus zulässt, unterstützt den Eindruck einer künstlichen Welt.

Anja Eberhart arbeitet in ihren Bildern mit Symbolen, deren Bedeutung nicht immer Allgemeingültigkeit besitzen. Deshalb geben ihre Bilder Rätsel auf und genau das macht sie so spannend. Ihrer Arbeit fehlt es nicht an trockenem Humor und Doppelbödigkeit. Das irreale Zusammenspiel von Figuren, Dingen und Raum macht die tiefgreifende Wirkung ihrer Bilder aus und lässt wenigstens eine Frage offen, die zu lösen Aufgabe des Betrachters bleibt, womit die Künstlerin jedem Gegenüber das Bild in seiner Lebendigkeit und Rätselhaftigkeit überlässt.

von Dr. Monika Gohlesch-Gassner und Anja Eberhart
(Ausstellungsrede 11.02.99 - gekürzte Fassung)